Gott sein

05:32 uhr

Gott seinStell’ dir vor, du bist Gott, und keiner weiß es.
Und stell’ dir vor, du sagst es, und niemand glaubt dir.
Nun stell’ dir vor, du beweist es, und keiner begreift es.
Was tust du?

Handelst du eigennützig? Oder hilfst du den Menschen, trotz ihres Unglaubens?
Bewirkst du Gutes? Oder machst du Böses?
Doch wer wird das Maß sein, an dem gemessen werden kann, ob du nun Positives oder Negatives vollbringt? Ob du schadest oder hilfst?

Beurteilst du nach eigenem Ermessen, so ist der Wert von keinerlei Bedeutung, denn du bist schließlich Gott. Aber lässt du die Meinung der Menschen zum Urteil dafür werden, so bist du letztendlich auch nur ein Mensch, einer von ihnen. Denn sie selbst als gottlose Geschöpfe können und sollten die Taten eines höheren Wesens nicht beurteilen. So wären sie schließlich selbst doch gottgleich. Und dies wäre ein Widerspruch in sich.

Wenn sich aber deine Kraft, deine Wunder nicht bemessen lassen – da ja deine Meinung unbedeutend, aber die der Menschen unerheblich ist –, so wären diese Taten doch wertlos. Und demzufolge also nicht göttlich.
Du bist also Gott und doch kein Gott – ein Paradoxon?

Oder ist gar das Paradoxe daran das Göttliche?


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2008dash01dash04



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