~ I ~
Ich bin allein - um-
geben von Freunden,
die mir doch bekannt
- jeder ein Frage-
zeichen auf einer
Karteikarte mit Daten
- die sagt nichts;
nicht, wie ein Mensch
ist.
*******
Nicht aus Furcht bin
ich verschlossen -
sondern aus Miss-
trauen - denn sie
sind wie dunkle
Schwarze Löcher:
saugen alles auf, was
ich gebe - in Händen
halte, bis sie mich
hineinziehen - und
der Augenblick ins
NICHTS dehnt sich ins
Unendliche - so dau-
ert ein Tag des Todes
ewig.
Woher weiß ich, ob
die Sterne nicht lü-
gen? versprechen mir
das Blaue vom Himmel
- obwohl es dunkel
ist - und sind die
Sterne weit vonein-
ander, dass viel
Platz dazwischen -
für
Schwarze Löcher...
Ist mein Freund nicht
ein Schattenfreund?
mein Feind - ein
Engel der Erlösung?
Beide Gesandte des
Untergrundes -
HÖLLE!
Die Tore des Hades
öffnen sich für je-
den, der hineingeht -
auch für mich - der
Pfad dorthin so
schmal, dass ich
nicht umkehren kann -
außerdem stehen
Schatten hinter mir -
leiten mich auf dem
Weg - dem richtigen.
Und dann bin ich drin
- für immer - Das Tor
ist groß - ein Spitz-
bogen wie gotischer
Bau - das Kirchen-
portal...
nur VERSUCHT das
Licht einzudringen -
doch an der Schwelle
weicht es - den Weg
ins Dunkel geht man
nicht nur einmal -
man geht ihn immer -
allein.
~ II ~
Das Tor schließt sich
- die Schatten hinter
mir schreien - ver-
sprechen das Heilige,
an das ich doch nicht
glaube - glauben will
- doch sie meinen:
beschwatzen sie mich
lange genug, so glau-
be ich es doch - die
Menschenseele ist
schwach...
Bin ich noch ein
Mensch? wann nicht?
wann war ich einer?
war ich überhaupt?
Im Inneren ist es
dunkel, aber die
Feuer brennen - es
ist heiß, aber die
Flammen sind kalt -
EISFEUER.
~ III ~
Ich weiß nicht - es
schmerzt - ob es kalt
ist oder heiß - kein
Gefühl - es ist keine
wohlige Wärme, wie
man sie verspürt am
knisternden Kamin -
der Winter der Wüste,
der Sommer des
Nordens...
HEULEN
STÖHNEN
SCHREIE
...überall...
Grausames Tatwerk des
Lebens - und alle ha-
ben sie es verdient -
haben es nicht, doch
aber ICH!
Selbst der Geköpfte
zeigt mit dem Finger
auf mich, stiert aus
dem abgehackten Kopf
und brüllt Flüche
über mich - sie ALLE
müssen es wissen.
Ich höre Stimmen -
sie klagen mich an:
WARUM? -
Ich weiß es nicht...
Nur der Gottvater in
der Unterwelt ist der
Wahrheit nah. Er weiß
auch: Wer bin ich?
Die Antwort - erhält
jeder nur, wenn er
fragt: Wer war ich?
Erkenntnis geht über
Tod.
*******
"Ich bin gekommen,
um zu gehen. Ich bin
geboren, um zu ster-
ben. Allein..."
LVXETOBSCVRITAS-EGOSV
M-EGOREQVIESCO,NAMEGO
SVMDEVS,ERGOABSOLVTVS
QVEÆTERNVS.
EGOSOLVMSVM,SECVMVIVO
"OMNESIGNICREMANT"
IGNIPOTENSDICIT.
EGOINOMNETEMPVSERONAM
SVMMORTVVSITAQVEANIMV
SMEVSTERRESTRISTÆTERN
VSSANCTEVIVIT.
[CSG-I-IV-MM]
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