zusammenfassung von pauls gestartetem round robin so far (inklusive meines und r|obs beitrag)…[1]

(paul): Schlaftrunken, aber dennoch zielsicher schlug eine Hand den klingelnden Wecker aus.

(lenope): … und wusste, dass in Kürze die zweite, für den anderen, ihren Dienst aufnehmen wird müssen.

(chiefjudy’s): …, da der Notdienst erst gerade angefangen hatte und der andere schon wieder besoffen war.

(christian in wien): …, und das schon zum 4. mal in diesem Monat, was wohl bald zu einem ernsten Gespräch mit dem Chef führen wird.

(petronella): Der Chef hatte sowieso seltsame Ansichten, ganz abgesehen von seiner allgemeinen Intoleranz dem besoffenen Zustand gegenüber.

(tyndra): Mit etwas Glück könnte das alles diesmal unbemerkt bleiben, denn der Chef befand sich nun schon seit einigen Tagen in diesem eigenartigen Zustand, den bisher niemand so recht einordnen konnte.

(stilke): Tagsüber hatte niemand etwas von ihm zu befürchten. Erst, wenn die Nacht zurückkam und das Büro nur noch von den gelbgrün blendenden Neonröhren erleuchtet wurde, dann brach es aus ihm heraus wie Eiter aus einer entzündeten Wunde.

(luckyjack): “Hiiiildeee!” - es dauerte Sekunden, bis der Widerhall seines Schreis auf dem langen Flur verklungen war und er mit einer weit ausholenden Bewegung aufgebracht die Bürotür hinter sich in Schloss warf, dass das nur noch von einem Nagel gehaltene Schild mit dem Aufdruck “Chefarzt” schwankend wie bei starkem Seegang abzufallen drohte, während er sich schwer atmend auf seinen Schreibtisch stützte, um gleich darauf mit einem unmenschlichen Schrei seinen Arztkittel aufzureißen, dass die Knöpfe in hohem Bogen davonflogen. Was zum Vorschein kam, hätte jedem Betrachter das Blut vor Entsetzen gefrieren lassen:

(wortteufel): Sein von eingeritzten satanischen Symbolen entstellter Oberkörper, deren wulstige Narben in allen Schattierungen von verletztem und heilendem Fleisch im Licht der Schreibtischlampe glänzten, beugte sich nach vorne, als Hilde, seine Sekretärin und Vertraute, sein Chefarztbüro betrat.

(kirsten): Hilde kannte diesen Anblick schon, und ihr engelsgleiches Gesicht ließ keinerlei Gefühlsregung angesichts ihres Chef erkennen. Dieser machte nun sehr ungesund klingende Röchelgeräusche. Hilde erkannte gleich, dass es wieder soweit war. “Was darf ich Ihnen bringen, Chef? Die Laborratten? Oder diesmal lieber die Chinchillas?” Ihr Chef schüttelte hektisch den Kopf und artikulierte sich unter größter Mühe. “Holen Sie mir … den … Praktikanten … den Neuen … mit dem Piercing … schnell …” Hilde wurde nun doch blass.

(jekylla): Der neue Praktikant Wahnfried P. war eindeutig Gothic-styled, was seiner Passion ausdrucksgemaess sehr entgegenkam. Seinen letzten Urlaub hatte er im Ausbildungcamp von Dr. Mark Bennecke, der deutschen Pathologiekoryphaee, verbracht, dessen Foto er als Poster ueber seinem Bett haengen hatte, seine Leidenschaft gehoerte den Insekten in allen Enwicklungsstadien der Verwesung und nun wartete er auf CSI-aehnliche Herausforderungen. Er wollte sich sofort auf das Objekt seiner wissenschaftlichen Begierde stuerzen, wurde jedoch von Hilde zurueckgehalten. “Junger Mann, das ist der Chef und er lebt, auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht.” Wahnfried war sichtlich enttaeuscht. “Und was soll ich nun hier?”

(manniac): “Wir müssen über Ihre Arbeitsmoral reden.” Die Worte rasselten bronchial durch den Raum, wie ein Ballen Stanniol über Styropor. Die weit geöffneten Pupillen auf den jungen Mann fixiert, sprach er langsam und kühl: “Hilde, präparieren Sie den Tisch”. - “Zu Befehl, mein Chefarzt.”

(asaaki): Beklemmung stieg in Wahnfried auf. Das war nicht so ganz das, was er sich so vorgestellt hatte. Denn irgendwie wurde er das Gefühl nicht los, dass hier nun die Rollen neu verteilt werden sollten. Er, Wahnfried P., sah sich schon als Opfer seiner eigenen Gelüste. Was hatte er nur falsch gemacht? Arbeitsmoral… das Wort hallte ihm immer noch im Kopf nach. Erst jetzt registrierte er, dass sich der Chefarzt zwischen ihm und die Tür geschoben hatte. Schwester Hilde legte scharfes OP-Besteck bereit und auch einige Dinge, die nicht so ganz in das Arbeitsumfeld eines Arztes fielen. “Wehren Sie sich nicht, das macht die Angelegenheit nur komplizierter…”

(r|ob): “Feigling, Feigling”, knarrte es in seinem Ohr – nur, dass sich weder die spröden Lippen des wirr sprechenden Chefarztes, noch die der blassen Schwester bewegten. [CUT by paul][2]

und wie ich bei r|ob las, macht der julius von xtextexte.de weiter.


fußnoten:
  1. den aktuellen stand kann mensch immer dann bei pauls zusammenfassung sehen, die wird mit jedem beitrag aktualisiert []
  2. pauls erklärung dazu im kommentar. so ging es bei r|ob noch weiter: “Feigling”, hörte er erneut deutlich und plötzlich verschwammen kittelloser Arzt und grell geschminkte Schwester und verschwanden in einer Brandung noch grellerer, blitzender Farben. Er schloss seine vom zuckenden Neonlicht brennenden Augen und sah sich jäh zurückversetzt auf den schlammigen Schulhof seiner so verhassten Grundschule. Schmallippige Lehrerinnen in verwaschenen Tweed-Röcken, aus denen fahle, knochige Beinenden wuchsen, beaufsichtigten fast wohltätig stakend die graue Schülermasse, die nichts Besseres zu tun hatte, als sich jeden Tag ein neues, perfides Spiel für die Pause auf dem ärmlichen Schulhof auszudenken. Am gestrigen Nachmittag humpelte die einarmige Tanja greinend über den Hof, denn sie verlor ihr Spiel, dass ihr die wild gestikulierende Schülermacht aufzwang. “Feigling”, schrie der kaltäugige Anführer ihn an und stieß ihn dabei immer wieder provozierend gegen die schwache Schulter. Heute war sein Spiel, wusste Wahnfried, heute war seine Mutprobe, heute konnte er seine Angst verbrennen. Er würde nicht, wie die schwache Tanja, geschlagen und verspottet diesen Platz überqueren. Dafür müsste er sich nur, wie vom kreischenden Anführer der gröhlenden Schüler befohlen, diesen schwarzen Käfer an die Brust tackern lassen. Noch kämpfte das dickleibige Insekt um sein Leben, doch das kühle Heftgerat näherte sich, um den verzinkten Stahl in den schillernden Chitinpanzer zu rammen und unlösbar mit Wahnfrieds Brust zu verbinden. Die Klammer schoß in den Käfer und Wahnfrieds Blut war der rote Beweis dafür, dass er kein Feigling war… Was er ahnte in diesem Augenblick: Insekten und Stahl sollten ihn bald sein ganzes Leben lang begleiten.
    “Wehren Sie sich nicht”, hörte er klar den Chefarzt sagen, “das macht die Angelegenheit nur komplizierter” … []

passend dazu: