nunja, am dem thema journalismus komm ich doch nicht so schnell vorbei. nur: jetzt betrachte ich es mal von der anderen seite. grad zu hause und mal eben die neuigkeiten durchgegangen, da sehe ich doch, dass das dr. web weblog eine kleine umfrage gestartet hat, worin sie fragen, welches der auf der dort vorgestellten designs für eine zeitung im internet denn am passendsten wäre.
tja, und die frage ist gar nicht mal so unberechtigt, denn wie es dort schon aufgezeigt wird, haben die großen verlagshäuser mit ihren präsenzen es schon schwierig, sie sind überfrachtet und unübersichtlich. leider traurige wahrheit.
ich sehe es ja selbst so, wie ungern bewege ich mich auf den renommierten seiten (wie zeit, welt, faz, stern, focusonline, spiegel, und wie sie nicht alle heißen) - eher noch, wenn ich mich denn wirklich für das gesabbel eines journalisten interessiere (was nach der kürzlich stattgefundenen debatte nicht sehr stark veranlagt ist), nehme ich mir lieber die feeds der gewünschten rubriken und lese dann im newsreader oder lasse mir sie per messenger zuschicken.
zurück zu dem aussehen einer zeitung. ja, ich finde das klassische design einer zeitung auch im internet angemessen, da fühle ich mich dann doch fast so, als hätte ich das papierne pedant dazu in der hand. wie sie da noch ihre werbung unterkriegen sollen? ja wie schaffen sie es denn mit der druckausgabe? oder wollen die mir allen ernstes weiß machen, dass sie durch verkäufe mehr einnehmen als durch die inserenten und beilagen? nee nee, das glaube ich nicht wirklich.
außerdem: wenn die internetausgabe das gleiche layout wie der druck bekommt, dann müssen die redakteure die annähernd gleiche arbeit leisten, und die journalisten an sich dann also auch, ergo: der onlinejournalist wäre doch quasi dem “echten” vetter gleichgestellt, und es gibt dann keine kleinkriege im eigenen hause mehr. die journalistenverbände könnten das doch nur begrüßen.
ja, warum hat man sich denn eigentlich nicht von anfang an die gleiche mühe gemacht wie beim alten medium, wieso sind sie den weg in den sumpf der nachrichten und dem meer der werbung gegangen? und nun kommen sie nicht mehr heraus. [für den ambitionierten webdesigner sei noch angemerkt, dass man sich anscheinend nicht einmal schämen muss, wenn die eigene seite nicht valide gegenüber dem (x)html- und css-standard ist, denn die "großen" haben selbst genügend fehler!]
tja, es fehlt den onlineausgaben die nötige struktur und linie, dann klappt es auch (vielleicht wieder) mit dem leser.
und um das finanzkriterium noch weiter zu relativieren: ich stelle mir durchaus vor, dass abonennten auch auf onlinemedien zurückgreifen werden und für die wertvolle information auch zahlen würden, schließlich tun wir dies ja auch beim papierkram, den ihr uns da unterjubelt. ja, das war an euch gerichtet, ihr verlage!
naja, die arschkarte haben dann wohl die zeitungshändler und -zusteller gezogen - denn wenn die elektrifizierung und digitalisierung unseres alltags so weiter geht, nehmen wir wohl eh bald abstand von den alten medien, medienkonvergenz und andere haben es ja festgestellt, dass heut schon die tendenz dahin geht, also so ohne papier und so.
zum schluss noch zum eigentlichen thema: mein favorisiertes und bisher auch bestbewertestes design ist jenes von der national gazette.















