der fußball ist rund, zumindest fast. und die deutschen?
die sind sicherlich etwas betrübt. denn ihre mannschaft hat es gestern im finale nicht geschafft. die spanier trugen den titel nach hause. gefeiert wird wohl trotzdem. und in diesen augenblicken dürfte die fanmeile noch einmal jubeln, wenn die nationalelf ihr stelldichein in berlin gibt.
warum nur haben sie verloren? warum nicht gewonnen? im grunde müssen wir alle ehrlich sein, allen voran die mannschaft selbst, der trainer auch. sie haben zeitweilen gut gespielt, aber im gesamten schnitt waren sie eher mäßig und haben sich nur durchgemogelt. wirklich schöner fußball sieht wohl anders aus, haben die anderen teilnehmer auch bewiesen.
sicher, es gab auch spannende momente. das möchte ich nicht abstreiten. aber keine 90 minuten am stück, die sehenswert gewesen wären. meisten, so viel uns gestern auf, hätte es gereicht, erst in der zweiten halbzeit einzuschalten. und niemand hätte was verpasst.
eigentlich traf uns die erkenntnis schon früher, am samstag wurde nochmals drüber gesprochen. der vergleich für die freie wirtschaft war wohl am besten: gehen wir zur arbeit und machen unseren chefs klar, dass wir die ersten sechs stunden auf arbeit nur die beine hochlegen, danach legen wir dann aber so richtig los. bezahlt werden wollen wir weiterhin wie gewohnt. das ergebnis wäre doch entscheidener. wir mussten schmunzeln, lächelten nach außen hin, aber innerlich quälte uns der gedanke, dass doch etwas wahres dran sein könnte.
wir -pardon- die deutsche nationalmannschaft des fußballs hat nicht verdient gewonnen. gewiss nicht. sie hat verdient den zweiten platz eingenommen. aber hey, schon einmal einen schritt weiter als vor zwei jahren. dann wird es ja vielleicht etwas bei der kommenden WM.
ich will auch nichts weiter schlecht machen, nein. wir haben schließlich auch mitgefiebert.
und wenngleich beim deutschen fußball noch immer eine wolke homophobie mitschwebt, mal mehr, mal weniger, die lust am fiebern, wetten, staunen, jaulen, freuen, trauern, hoffen und auch einsehen, dass nicht immer alles so läuft, wie mensch es sich wünscht … diese lust habe ich nicht verloren und lasse ich mir nicht nehmen.
eine diskussion zum nationalstolz, nationalismus und sport habe ich erst einmal beiseite gelegt, nicht vergessen. da geistern noch gedanken rum, meinungen, argumente und beispiele. doch davon will ich erst später erzählen. ja, erzählen! nicht schreiben. doch hierbei bedarf es mehr muse als beim ersten mal.
nun lasst uns die letzten momente genießen, wer will. und jene, die sich freuen, dass es endlich vorbei ist, können jetzt wieder aus ihren löchern kriechen.
und für die zukunft: nein, ein sportblog wird das hier nicht; die olympischen spiele, die winterspiele, boxen, formel 1, bundesliga, tennis, reiten und hallenhalma — das alles wird es nicht geben.
nur dieses eine mal hat es mich eben aus unerfindlichen gründen gepackt, mitgerissen. war das nun meine sommersause?
ps: noch im fernsehen die letzten momente genießen.
» passend dazu:

.ich woanders

