am digitalen zeitungskiosk [0]

14:02 uhr

nunja, am dem thema journalismus komm ich doch nicht so schnell vorbei. nur: jetzt betrachte ich es mal von der anderen seite. grad zu hause und mal eben die neuigkeiten durchgegangen, da sehe ich doch, dass das dr. web weblog eine kleine umfrage gestartet hat, worin sie fragen, welches der auf der dort vorgestellten designs für eine zeitung im internet denn am passendsten wäre.

eine zeitung im internettja, und die frage ist gar nicht mal so unberechtigt, denn wie es dort schon aufgezeigt wird, haben die großen verlagshäuser mit ihren präsenzen es schon schwierig, sie sind überfrachtet und unübersichtlich. leider traurige wahrheit.

ich sehe es ja selbst so, wie ungern bewege ich mich auf den renommierten seiten (wie zeit, welt, faz, stern, focusonline, spiegel, und wie sie nicht alle heißen) - eher noch, wenn ich mich denn wirklich für das gesabbel eines journalisten interessiere (was nach der kürzlich stattgefundenen debatte nicht sehr stark veranlagt ist), nehme ich mir lieber die feeds der gewünschten rubriken und lese dann im newsreader oder lasse mir sie per messenger zuschicken.

zurück zu dem aussehen einer zeitung. ja, ich finde das klassische design einer zeitung auch im internet angemessen, da fühle ich mich dann doch fast so, als hätte ich das papierne pedant dazu in der hand. wie sie da noch ihre werbung unterkriegen sollen? ja wie schaffen sie es denn mit der druckausgabe? oder wollen die mir allen ernstes weiß machen, dass sie durch verkäufe mehr einnehmen als durch die inserenten und beilagen? nee nee, das glaube ich nicht wirklich.

außerdem: wenn die internetausgabe das gleiche layout wie der druck bekommt, dann müssen die redakteure die annähernd gleiche arbeit leisten, und die journalisten an sich dann also auch, ergo: der onlinejournalist wäre doch quasi dem “echten” vetter gleichgestellt, und es gibt dann keine kleinkriege im eigenen hause mehr. die journalistenverbände könnten das doch nur begrüßen.

ja, warum hat man sich denn eigentlich nicht  von anfang an die gleiche mühe gemacht wie beim alten medium, wieso sind sie den weg in den sumpf der nachrichten und dem meer der werbung gegangen? und nun kommen sie nicht mehr heraus. [für den ambitionierten webdesigner sei noch angemerkt, dass man sich anscheinend nicht einmal schämen muss, wenn die eigene seite nicht valide gegenüber dem (x)html- und css-standard ist, denn die "großen" haben selbst genügend fehler!]

national gazettetja, es fehlt den onlineausgaben die nötige struktur und linie, dann klappt es auch (vielleicht wieder) mit dem leser.

und um das finanzkriterium noch weiter zu relativieren: ich stelle mir durchaus vor, dass abonennten auch auf onlinemedien zurückgreifen werden und für die wertvolle information auch zahlen würden, schließlich tun wir dies ja auch beim papierkram, den ihr uns da unterjubelt. ja, das war an euch gerichtet, ihr verlage!

naja, die arschkarte haben dann wohl die zeitungshändler und -zusteller gezogen - denn wenn die elektrifizierung und digitalisierung unseres alltags so weiter geht, nehmen wir wohl eh bald abstand von den alten medien, medienkonvergenz und andere haben es ja festgestellt, dass heut schon die tendenz dahin geht, also so ohne papier und so.

zum schluss noch zum eigentlichen thema: mein favorisiertes und bisher auch bestbewertestes design ist jenes von der national gazette.


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2008dash01dash17


to be continued… [0]

17:54 uhr

ich glaube, nach dieser podiumsnacht wird es doch wesentlich interessanter als das podium selbst.

worum geht’s?

mein artikel dazu hier.

aktuell hat sich dabei nun folgendes ereignet, was wieder für zündstoff und diskussionen sorgt.

danke don, ich mag dich immer mehr.


passend dazu:
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2008dash01dash13


mediale schlammschlacht [3]

03:39 uhr

am anfang war das wort. und ich befand, dass das gut war.
und ich schuf weitere wörter, und fand, dass auch diese gut waren.
dann nahm ich die wörter in den duden auf, und wusste nicht so recht, ob das gut war.
dann schuf ich menschen, die mit den wörtern sprachen und schrieben, fand, dass das schon gar nicht mal so schlecht war.
doch dann schuf ich den journalisten - das war gar nicht gut!

den größten fehler beging ich aber, als ich zeitungen, radio, fernsehen, später presserat und kodex sowie journalisten- und verlagsverbände schuf…

so könnten gottes gedanken zu dem bisherigen verlauf von journalismus im www gelautet haben.

ich weiß nicht, ob ich jetzt einen fehler gemacht habe, als ich mir den aufgenommenen stream vom djv zu dieser podiumsdiskussion angeschaut habe - interessant und ernüchternd zugleich, freudig auf der einen seite, wütend aber auch auf der anderen. wieso? weil sich erwachsene männer schlimmer als kleine kinder benehmen: manchmal ist’s ja witzig, meist jedoch nur traurig ob der unfähigkeit zu kommunizieren.

das ist ganz klar herausgekommen dabei (zumindest für mich): beim journalismus geht es um kommunikation, und die beherrschen die vertreter dieser mitteilungsform scheinbar überhaupt nicht. ganz gleich ob sie aus einem verknöcherten printmediumsapparat kommen oder freigeistig durch die welt wandern.

wobei… blogger können sich besser ausdrücken, können ihre standpunkte auch viel besser und mit mehr leichtigkeit vertreten. liegt es an den sogenannten regeln der alten medienwelt, dass sich journalisten nicht mehr vernünftig auszudrücken wissen, es gar nicht mehr können, oder schlimmer noch: nicht mehr DÜRFEN???

eigentlich wollte ich mir das ja nicht antun, aber wie der mensch ja so ist: irgendwie sind wir alle masochisten auf der einen seite, auf der anderen ergötzen wir uns nur zu gern am leid anderer.

sympathie /antipathie-liste:

 

  • konken (djv) war am anfang echt langweilig, fast schon hätte ich gesagt, er sei ja harmlos, aber im verlauf wird man eines besseren belehrt - auch (und gerade) wenn man sich auf weiteren seiten im www über ihn informiert
  • jörges (vom stern) war mir mit abstand die ungeliebteste persönlichkeit in der runde; und diesen eindruck gewann ich auch ohne die olfaktorische bestätigung (hätt’ er mir gestunken? mir geht es eher um die wissenschaftliche weise, dass der mensch durch geruch ganz schnell seine beziehung zum gegenüber feststellt)  - überhaupt war er irgendwie… uneinsichtig und verbohrt, mal davon abgesehen, dass er ja über blogs nicht spricht…
  • das gespann konkes-jörges ergänzt sich prima - nur nicht zum wohle des online-journalismus wie mir dünkt
  • sievers, sievers - nunja, er war da, hat irgendwie mitgeredet, aber ohne ihn wär’s wohl auch gegangen, nichts für ungut
  • das gleiche gilt übrigens auch für die einzige weibliche vertreterin, frau may, die ja blogs schreibt und autoren hat; naja, sie ist ja noch nicht lange dabei, hat die falschen leitfiguren und begriffe lernt man - hoffentlich - mit der zeit; meistens tut sie mir leid
  • prof. dr. donsbach: betrachtet wenigstens nicht alles zu engstirnig und schaut auch mal eher über den tellerrand als jörges, er spricht auch mal von blogs, selbst wenn es ja nur um journalismus im www geht. er weiß auch eine gute einteilung der blogs, prima! es sind im grunde drei arten, okay - von vielschichtigkeit reden wir lieber nicht…
  • thomas knüwer war in ordnung, eigentlich schwer in ordnung. er war irgendwie mit dem richtigen herzblut dabei; naja, und da der moderator 7 leutchen zu dirigieren hat, konnte knüwchen sich auch mal zwischendurch verhör schaffen, wär aber auch zu langweilig geworden, wenn nicht!
  • don alphonso - meist habe ich nur über ihn gelesen, statt etwas von ihm, jetzt habe ich ihn sogar gesehen und gehört - wobei don, du warst ziemlich ruhig, hättest wohl eigentlich auch mehr auf de kagge haun können, altes haus ;o)
  • unser armer moderator frisch, öhm… auch wenn es so aussah, dass er es teilweise nicht im griff hatte, besser als mancher talkshow-dirigent war er schon, 7 leute sind ja auch zu viel, muss man verstehen

ist eigentlich was bei der diskussion herausgekommen? *räusper* wer hier ergebnisse erwartet hat, wurde wohl leidlich enttäuscht. podiumsdiskussionen sind auch nicht dazu gedacht, einen konsens zu finden, nö, eher nur um zu zeigen, wie verschieden man doch ist, und dass man es eben mal gesagt hat, und man danach nach hause geht und seiner frau erzählt, wie oberaffengeil man doch war und man es dem anderen mal so richtig gezeigt hat. hat? “hätte” wohl eher, es “hat” ja niemand. irgendwie sieht es doch so aus, dass blogger, journalisten und die hybridwesen dazwischen sich eh nie einig werden, schon gar nicht bei themen, die vielleicht eh keine einigkeit bedürfen.

wie wurde es so schön angedeutet? der markt regelt das schon von selbst, ist ja ganz liberal und so. ist ja auch richtig so, denn der markt wird doch nicht nur durch verlage oder blogs gebildet, hey leute! aufwachen!!! auch wir als leser sind ja wohl entscheidend, wir sind die konsumenten. und wenn uns nicht nach printmedien und deren online-ableger ist, dann ist das so, wenn wir keine blogs lesen wollen, ist das ebenso. wenn wir lieber unser erstes leben am einschaltknopf des rechners abgeben, dafür lieber uns auf virtuellen gesellschaften rumtreiben wollen, so geschieht das eben (wird heut unter soziale netzwerke verbucht - und don hat [leider] treffend erkannt, wie es weiter geht]).

vielleicht gehen die medien unter, vielleicht die blogs. mag sein, dass es eine renaissance geben wird, eventuell aber auch nicht. können wir das beeinflussen? also wir als sogenannte medien- und meinungsmacher?

zwingen wir in einer art terrorregime von verlegern und bloggern die menschheit dazu, uns zu lesen? können, nein dürfen wir das überhaupt?

sie reden die ganze zeit darüber, ob regeln der alten schule auf die neuen medien übertragen werden sollen, ob wir alle quasi uns vorverpflichten den pressekodex anzuerkennen und danach zu handeln (wohl weislich, dass eben damals bis heute dagegen oft verstoßen wurde, ohne nennenswerte folgen). ja, der kodex ist gut, aber das arbeiten danach ist schlecht. wie sag ich immer: die idee ist gut, nur an der ausführung hapert’s. das war schon immer so, sozialismus/kommunismus zB war auch keine schlechte idee, doch wurde eben viel falsch gemacht.

wichtiger ist doch, dass im internet auch gar keine anarchie in dem sinne vorherrscht, wie uns die journalisten und medienhäuser es weißmachen wollen. das www ist doch auch nur eine ausprägung der menschlichen gesellschaft, wie sie auch im realen leben auftaucht. es ist halt alles größer, für den einzelnen etwas unüberschaubarer.

aber die masse irrt sich nicht, die masse regelt sich selbst, fehltritte werden nicht geduldet und recht schnell eliminiert. war schon immer so.

immer diese schreie danach, es gäbe ja zu viel radikalismus, extremismus, faschismus, kinderpornografie und gewalt. und das gerade im netz. klar gibt es sie da! auch! wie überall im leben…

wovon berichten die zeitungen zB fast jeden tag? na von nix anderem als dem eben aufgezählten. und nun haben sie angst davor? seltsam.

wacht doch mal auf! der journalismus wird (weiterhin) funktionieren, auch online. nur halt nicht immer so, wie es der einzelne manchmal gerne hätte. und einzig daran stört ihr euch doch!

ihr habt doch nur angst, weil im www eben jeder das stück weiße blatt papier nehmen kann, es beschreiben und bemalen kann und… es eben auch jedem, aber wirklich jedem zeigen kann! ihr habt angst, weil ihr das nicht kontrollieren könnt, weil ihr nicht mehr allein seid.

tja, die meinung bilden heute eben viele, und jeder seine eigene.

jeder hat mittlerweile die werkzeuge in die hand bekommen, SELBST zu bestimmen, was er wissen will und wie er an dieses wissen gelangt. ihr habt uns doch den weg gezeigt, und seid nicht traurig, dass wir ihn gehen.

wie hätte es jetzt im star trek-universum gehießen: eure rasse wird assimiliert…

[inspiriert durch: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10]
[gute übersicht zum thema gibt es hier]


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