kulturgut
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[...]

Mephistopheles.
Ein Theil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

Faust.
Was ist mit diesem Räthselwort gemeynt?

Mephistopheles.
Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist werth daß es zu Grunde geht;

Drum besser wär’s daß nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.

quelle: wikisource | Faust - Der Tragödie erster Teil, J. W. von Goethe, Cotta 1808

passend dazu:

Quinquesententia
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*** pars 1 ***

I.

Verlorene Liebe, verlorenes Glück;

Verlorenes Leben.

Lethargie befällt mein Herz.

Unfähig, etwas dagegen zu tun.

Wofür lebe ich? Warum?

II.

Die Antwort entfernt tausend Stück.

Sinnloses Streben.

Geist erfüllt vom Schmerz.

Und doch nicht soweit zum Ruh’n.

Ich will und kann nicht mehr und muss darum.

III.

Mein Körper eine Hüll’ mit Tück’;

Zum Handeln eben.

Ohne Wille fließt mein Erz.

Und will doch nach dem Willen eig’ner Run’.

Die Zeit, sie läuft davon - geht um.

Mephistopheles.

So genieß’ das Leben - eben drum!

*** pars 2 ***

I.

Ich muss mein “Leben” umstellen.

Die Liebe geht an mir vorbei.

Eremitenhaftes “Leben” fristen.

Ideologische Befangenheit.

Die Religion steht an erster Stelle.

II.

Keiner kann sich zu mir gesellen.

Hass anderer ist mir - jetzt - einerlei.

Erwähnt auf des Gevattern Listen.

Doch zum Holen ist zu früh die Zeit.

So muss ich “leben” auf der Schwelle.

III.

Wozu warte ich und geh’ nicht zur Hellen?

Die Welt der Phantasie und Malerei!

Wann werde ich gebracht zu den ander’n Kisten?

Ich suche Ruhe und Sorglosigkeit.

Wann kommt sie, die Nexus-Welle?

Mephistopheles.

Das Fegefeuer ist schon zur Stelle, auf die Schnelle!

*** pars 3 ***

I.

Was soll ich machen?

Bin gefangen im eigenen Netz.

Soll ich mich der Betörung hingeben?

Oder nach “Possiblien” suchen?

Ich weiß es nicht!

II.

Zum Weinen und Lachen!

Ist mir zumute in dieser Hetz.

Fragen stehen Rätseln neben.

Könnte mich dafür selbst verfluchen.

Oh, rotes Schattengesicht!

III.

Verschluckt hat mich der Schicksalsrachen.

Die Zähne reißen mich in Fetz’.

Im Traum find’ ich mich unter gold’nen Reben.

Bin gehüllt in blauen und roten Tuchen.

Auf der Suche nach Wahrheit, Gottes Licht.

Mephistopheles.

Willst du, dass dein Geist mit den Gesetzen bricht?

Wenn ja, - so sei’s gewiss - bist du ein Wicht!

Komm’ zu mir, mein Bruder; vergiss’ mich nicht.

Denn da, auf der Erde, der Lügenschleier so dicht.

Und nur hier “unten” ist des Wahrheits Gericht!


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